Chinas Offensive: Das Ende der Billigfabrik der Welt
Ich glaube, heute zweifelt niemand mehr daran, dass China längst nicht mehr nur ein Produktionsstandort für globale Marken ist.
Ihre globale Expansion verfolgt nun ein ganz klares Ziel: die Förderung ihrer eigenen Marken und Technologien.
Dies zeigt sich beispielsweise in der Automobilindustrie, wo chinesische Hersteller Europa deutlich unter Druck gesetzt haben.
Und das muss klar anerkannt werden. Sie haben oft bewiesen, dass unsere emotional nahestehenden Hersteller schlichtweg bequem geworden sind und den Wettbewerbsdruck offensichtlich lange nicht gespürt haben.
Die Welt der Elektronik und damit auch der Smartphones bildet da keine Ausnahme. Auch hier wurde schnell deutlich, dass man zu einem niedrigeren Preis ein Produkt erhält, das problemlos mit den größten Marken mithalten kann.
Und obwohl viele dieser Geräte offen auf dem Erbe anderer Hersteller basieren, haben chinesische Hersteller das nie verheimlicht.
Die CEOs von Marken wie Xiaomi und OnePlus haben wiederholt deutlich gemacht: Apple ist ihre Inspiration, und ihr Ziel ist es, ähnliche Erlebnisse zu schaffen, nur eben im Bereich von Android.
Vom Kopieren zum Kreieren: die Xiaomi-Philosophie
So hat sich Xiaomi, die Marke, auf die wir uns heute konzentrieren, über die Jahre stark an Apples Philosophie orientiert.
Ihre Smartphones haben eine lange Entwicklung durchlaufen – von einfachen, erschwinglichen Modellen bis hin zu Geräten, die selbstbewusst im Premiumsegment vertreten sind.
Glas, Stahl, Minimalismus und ein ausgewogenes Design, das bis vor Kurzem ausschließlich mit Apple in Verbindung gebracht wurde, sind immer häufiger anzutreffen.
Das Gestensystem des iPhone X, interaktive Benachrichtigungen, inspiriert von Dynamic Island, die Bezeichnungen „Pro“ und „Ultra“ sowie quadratische Kamerainseln und Porträtmodi.
Glas, Stahl, Minimalismus und ein ausgewogenes Design, das bis vor Kurzem ausschließlich mit Apple in Verbindung gebracht wurde, sind immer häufiger anzutreffen.
Das Gestensystem des iPhone X, interaktive Benachrichtigungen, inspiriert von Dynamic Island, die Bezeichnungen „Pro“ und „Ultra“ sowie quadratische Kamerainseln und Porträtmodi.
Außerdem ist kein Ladegerät im Lieferumfang enthalten, und das Marketing- und Präsentationsdesign ist unverwechselbar.
All dies und vieles mehr entspricht der Richtung, die vor Jahren mit dem Debüt des iPhone 4 eingeschlagen wurde.
Duell mit Apple: HyperOS, Vivo und die Nummerierung, die alles sagt
Und falls noch Zweifel bestehen, genügt ein Blick auf HyperOS 3. Eine Software, die man fast als Liebeserklärung an Apple bezeichnen könnte.
Vivos OriginOS 6 ist ähnlich – ein System, das iOS so ähnlich ist, dass es stellenweise an Plagiat grenzt. Vivo gibt sogar offen zu, dass seine neuesten Smartphones mit dem Apple-Ökosystem kompatibel sein werden.
Und falls noch Zweifel bestehen, genügt ein Blick auf HyperOS 3. Eine Software, die man fast als Liebeserklärung an Apple bezeichnen könnte.
Vivos OriginOS 6 ist ähnlich – ein System, das iOS so ähnlich ist, dass es stellenweise an Plagiat grenzt. Vivo gibt sogar offen zu, dass seine neuesten Smartphones mit dem Apple-Ökosystem kompatibel sein werden.

Xiaomi hingegen hat „völlig zufällig“ die Nummerierung übersprungen und das Flaggschiffmodell, das 17 Pro, vorgestellt.
Und während OnePlus dieses Jahr tatsächlich die Zahl 14 aufgrund des chinesischen Aberglaubens, die Zahl Vier sei Unglückszahl, ausgelassen hat, spielt bei Xiaomi kein Aberglaube eine Rolle.

Ein neues Kapitel im Design: Xiaomi 15T Pro aus der Nähe
Ich erwähne das alles, weil das 15T Pro, das ich heute getestet habe, der beste Beweis dafür ist, wie weit diese Marke gekommen ist. Xiaomi hat aufgehört, der Konkurrenz hinterherzujagen – sie greifen sie jetzt selbstbewusst an.
Ihr mitunter aggressives Marketing – mit Rollern und Fritteusen als Bundle mit Smartphones – zeigt, dass hier jemand wirklich Vollgas gegeben hat. Aber das ist noch nicht alles.
Es ist kaum zu glauben, dass Xiaomi-Smartphones heutzutage oft wegen ihres Designs diskutiert werden. Man schaue sich nur das 12T Pro oder sogar das 13T Pro an.
Das neue 15T Pro stellt einen enormen Qualitätssprung dar.
Die meisten Nutzer und Tester loben das Design in höchsten Tönen, denn das Mittelklasse-Smartphone von Xiaomi wirkt elegant und stilvoll.
Es erinnert an Apples Desert Titanium, ist aber deutlich dunkler.
Es ist schlicht und minimalistisch. Der Bildschirm ist perfekt bündig, und flache, matte Ränder runden das Gesamtbild ab.
Die Bildschirmränder sind schmal und symmetrisch, und die Kameraeinheit fügt sich harmonisch in das Design ein – ein Zeichen von Ausgewogenheit und Verzicht auf unnötige Originalität.
Schlichtheit, Symmetrie und nur ein kleiner, schimmernder Akzent, der die Insel umgibt und zusätzlich die Linsen einhüllt, verleihen dem Ganzen eine einheitliche Oberfläche.
Nun ja, wenn es sich nicht um ein chinesisches Smartphone handelt. Das Einzige, was uns noch daran erinnert, ist das Typenschild und der auf der Rückseite des Gehäuses aufgedruckte Herstellername.
Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich der Reiz des Geräts kaum leugnen, und viele Menschen werden gute Gründe haben, es zu kaufen. Doch leider wird die Sache danach etwas komplizierter.
Unter der Haube: Der Bildschirm, das System und die alltägliche Erfahrung
Smartphones dieser Serie waren zwar schon immer groß, aber dieses Modell ist das größte aller Zeiten und unübersehbar. Wer große Smartphones mag, wird sich hier sofort wohlfühlen.
Andernfalls könnte es ihn abschrecken.
Das Smartphone ist zwar nicht das schwerste oder dickste, das man finden kann, aber definitiv eines der breitesten Geräte, die ich je benutzt habe.
Damit ist es fast so groß wie Giganten wie das S25 Ultra, und das sollte man bedenken.
Der größte Vorteil eines so großen Smartphones ist natürlich sein ebenso großes AMOLED-Display.
Daran gibt es kaum etwas auszusetzen, denn es überzeugt mit hervorragenden Spezifikationen, darunter hohe Helligkeit und geringes Flimmern bei niedrigeren Hintergrundbeleuchtungseinstellungen.
Das Fehlen der LTPO-Technologie könnte jedoch einige Nutzer enttäuschen. Die angegebenen 144 Hz lassen sich mit den integrierten Entwicklertools zudem nur schwer erreichen.
Der optische Sensor funktioniert einwandfrei und ermöglicht eine schnelle Systemauthentifizierung. Wie bereits erwähnt, ähnelt das System durchgehend iOS.
Minimalismus, Pastellfarben, sanfte Übergänge und Transparenz. Die neuen Animationen sind flüssig und weisen dieselbe organische Bewegung auf, für die Apple seit Jahren bekannt ist.
Der Sperrbildschirm? Sogar die Art, wie die Symbole beim Öffnen erscheinen. Fast wie in iOS 18. Das Kontrollzentrum, die Widgets und die allgegenwärtige Hintergrundunschärfe bilden da keine Ausnahme.
Benachrichtigungen zu Kamera, Animationen, Musik und Ladestatus. Xiaomi fügt aber auch immer wieder eigene Funktionen hinzu.
Das fängt bei kleinen Details wie animierten Systemsymbolen an und reicht bis hin zu einer Reihe von Features wie HyperConnect, HyperMind und HyperRender.
Das bekannte Fenstersystem und die MiPilot-App sind weiterhin verfügbar. Zu den neuen Funktionen gehören die Offline-Kommunikation zwischen Xiaomi-Smartphones und die kontinuierlich verbesserte HyperAI.
Der Gemini-Assistent und die Circle-Suchfunktion sind ebenfalls integriert.
Natürlich gibt es auch Funktionen des Xiaomi-Add-ons, die uns nicht unbedingt zusagen.
Dazu gehören selektive Benachrichtigungen, RAM-Verwaltung und die Verwaltung von Hintergrund-Apps, die sich oft zu schnell schließen oder neu starten.
Es empfiehlt sich zu prüfen, ob der Energiesparmodus aktiviert ist und ob in den Entwickleroptionen das Limit für Hintergrundprozesse festgelegt wurde.
HyperOS zeigt weiterhin Werbung in System-Apps an, die sich jedoch glücklicherweise größtenteils manuell deaktivieren lässt.
Leider bieten nur Smartphones mit der chinesischen ROM-Version die Möglichkeit, alle Werbeanzeigen über eine einzige globale Systemeinstellung zu deaktivieren – was schneller und komfortabler ist.
Überraschenderweise kommt das Smartphonejedoch mit Android 15 und der Hyper OS 2-Benutzeroberfläche auf den Markt. Daher müssen wir wohl bald auf ein Update warten.
Ich habe keine größeren Einwände gegen die Leistung. Im Alltag traten keine nennenswerten Probleme auf – weder im wörtlichen noch im übertragenen Sinne.
Allerdings ist bekannt, dass dieser bis vor Kurzem führende Mediatek-Chip unter Volllast weder besonders kühl noch besonders effizient ist.
Ich wage jedoch zu behaupten, dass die meisten Nutzer die Möglichkeiten dieses Geräts nicht voll ausschöpfen können.
Die 12 GB RAM und der UFS-4.1-Standard sind ein großer Pluspunkt, da sie die Langlebigkeit des Smartphones und zukünftige Updates deutlich verbessern.
Auch die Gesprächsqualität ist einwandfrei. Obwohl ich die Vibrationsfunktion von Xiaomi nie besonders mochte, finde ich es schade, dass der Hersteller sich für ein komplett neues Modell entschieden oder die Steuerung neu programmiert hat.
Dadurch wurde eine andere Vibrationskurve oder eine geringere Amplitude verwendet, was letztendlich zu einer spürbar geringeren Akkulaufzeit führt.
Die Linse der Wahrheit: Kameras, Multimedia und Akku
Ich habe jedoch sehr lobende Worte für das Kamerasystem zu finden.
Natürlich lassen sich weitere Inspirationen von Apple nicht leugnen, beispielsweise bei der Benutzeroberfläche selbst und Dingen wie der digitalen Brennweitenäquivalenten für die Haupteinheit.
Xiaomi bietet aber auch viele Annehmlichkeiten, wie Leica-Filter, eine Teleprompter-Funktion und eine Auswahl an Auslösetönen und -stilen.
Uns interessiert jedoch vor allem die Qualität der Fotos und Videos selbst, und die ist wirklich hervorragend.
Da ich im Urlaub auch mein iPhone 17 Pro dabeihatte, konnte ich nicht widerstehen, zu testen, wie weit das Xiaomi in Sachen Farbwiedergabe, Tonwertkorrektur und Detailgenauigkeit hinterherhinkt.
Und nun ja. Tut es nicht. So hart es auch klingen mag, das Xiaomi glänzt in manchen Situationen wirklich, am besten zu sehen ist dafür das Teleobjektiv bei Tageslicht.

Erst durch weitere digitale Vergrößerungen konnte das Xiaomi-Gerät die Leistung übertreffen. Nachts offenbart dieses Gerät aufgrund seiner vermeintlich kleineren Blendenöffnung seine Schwächen.
Die Hauptgeräte erreichen ein ähnliches Leistungsniveau. In allen Fällen ist jedoch deutlich erkennbar, dass die Software von Xiaomi den Weißpunkt, die Gesamtbelichtung und die Farbsättigung optimiert.

Zunächst entsteht dadurch der Eindruck eines schärferen Bildes.
Prinzipiell sprechen wir jedoch von vergleichbaren Ergebnissen im Hinblick auf die Leistung von Sensor und Optik. Die weitere Wiedergabe hängt von der Software selbst ab.

Xiaomi schlägt sich hier jedenfalls sehr gut, insbesondere seit die Makrofunktion ins Teleobjektiv verlegt wurde. Das ist deutlich sinnvoller und bietet das passende Sichtfeld für diese Art der Fotografie.
Nur im Vergleich zur Frontkamera des iPhones verliert sie an Attraktivität. Letztere ist bei Apple deutlich besser. Leider hat sich Xiaomi für einen veralteten Sensor entschieden.


Der Unterschied in der Bildwiedergabe wird am deutlichsten beim Vergleich der Videoergebnisse. Auch hier schlägt sich das Xiaomi gut, muss sich aber beim iPhone in puncto Stabilisierung deutlich geschlagen geben.
Übrigens verstehe ich nicht, warum das Weitwinkelobjektiv keine 60 Bilder pro Sekunde bei 4K-Auflösung unterstützt. Und leider fehlt diesem Gerät der Autofokus.

Selbstverständlich können wir uns bei der Entfernung unerwünschter Objekte aus dem Bildausschnitt eher auf Xiaomi verlassen.
Der Algorithmus nutzt die Umgebung des zu entfernenden Objekts oft besser und stellt sie natürlicher dar.
Ich habe zwar hauptsächlich auf Google Drive exportiert, aber es ist erwähnenswert, dass das Telefon den USB-2.0-Standard unterstützt.
Kabelgebundene Multimedia-Übertragungen, insbesondere großer Datenmengen, dauern daher deutlich länger als mit neueren Standards.
Und schließlich der Akku. Auch hier bin ich zufrieden, obwohl es sich hierbei wahrscheinlich um das letzte Modell mit einem herkömmlichen 5500-mAh-Akku handelt.
Bei meiner Nutzung kam ich etwa zwei volle Tage mit dem Akku aus. Besonders hervorzuheben ist der Standby-Modus, der nur sehr wenig Strom verbraucht.

Ich benutzte mein 65-Watt-Ladegerät und konnte daher nicht die volle Ladeleistung des Xiaomi Hyper Charge-Ladegeräts nutzen.
Da ich mein iPhone und mein Samsung-Gerät aber täglich benutze, merkte ich den Unterschied deutlich, wenn ich mal schnell laden musste. In solchen Situationen ist das wirklich Gold wert.
Meiner Meinung nach ist das Xiaomi 15T Pro ein ausgewogenes Angebot, insbesondere im Hinblick auf das gesamte Produktportfolio des Herstellers.
Der Preis der Basisversion mit 256 GB Speicher von 850 Euro ist akzeptabel, vor allem im Vergleich zu aktuellen Alternativen auf dem Markt. Ein Schnäppchen ist es aber keineswegs.
Wir wissen jedoch genau, dass dieses Smartphone bald im Preis sinken wird. Das steigert seine Attraktivität nur noch und sichert ihm einen Platz auf meiner Liste der uneingeschränkten Empfehlungen.
Und aktuell können wir Alternativen wie das OnePlus 13, das Realme GT 7 Pro oder auch das POCO F7 Ultra nicht ignorieren. Es gibt also viel zu bedenken.
Ich freue mich auf Ihre Meinungen, insbesondere von Nutzern von Xiaomi-Smartphones.
Bitte teilen Sie Ihre Erfahrungen mit mir. Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihr Interesse.

