Eine sichere Sache mit dem Ehrgeiz, den Markt zu verteidigen

Hier ist das Galaxy A57. Der neueste Verkaufsschlager, den der Hersteller ohne große Anstrengungen entwickeln konnte und der dennoch Millionen von Menschen einbringen dürfte.
Mal sehen, was sich hier tatsächlich geändert hat und ob diese koreanische Zurückhaltung immer noch ein so brillantes Erfolgsrezept ist.

Das A57 kommt in einer Zeit steigender Komponentenpreise auf den Markt. Während die chinesischen Hersteller mit leistungsstarken Spezifikationen locken, mussten Samsungs Buchhalter Kompromisse eingehen.
Der hohe Einführungspreis von weit über 500 Euro war zunächst ein Schock. Die Verkaufszahlen wurden jedoch schnell künstlich in die Höhe getrieben.

Nur zwei Wochen nach Markteinführung fiel der Preis auf rund 400 Euro. Die Schlussfolgerung ist eindeutig: Samsung verzichtet lieber auf hohe Gewinnmargen pro Einheit, um möglichst viele Geräte zu verkaufen.
Und wie man sich denken kann, ist dieses Smartphone nicht darauf ausgelegt, Innovationspreise zu gewinnen. Es soll schlichtweg die koreanische Position gegen die chinesische Offensive und die wachsende Macht von Apple verteidigen.
Neue Form, alte Kompromisse

Der erste Eindruck ist vielversprechend. Das Smartphone hat die klobige Form des A55 komplett abgelegt und seine Silhouette kann nun als Vorbild gelten.
Trotz des großen Bildschirms ist das Gerät spürbar leicht und handlich.

Wichtig ist, dass dieses Gewichtsreduktionsprogramm die Akkuleistung nicht beeinträchtigte – dank einer kompletten Überarbeitung des Kühlsystems blieb die Kapazität erhalten.
Die Tasteninsel, die Erhebung für die seitlichen Tasten, funktioniert weiterhin einwandfrei. Sie verhindert, dass der Daumen beim Anpassen der Lautstärke oder beim Aufrufen des Sprachassistenten über das perfekt flache Gehäuse wandert.

Das gesamte System ist in einem kompakten und wasserdichten Gehäuse untergebracht, das erstmals nach IP68 zertifiziert ist. Auch der Kameraschacht wurde leicht überarbeitet, doch lassen Sie sich nicht von den drei Objektiven täuschen.
Wie jedes Jahr erhalten wir die gleiche Ausstattung, allerdings anstelle eines praktischen optischen Zooms eine Makrokamera.

Es dient rein stilistischen Zwecken und stellt sicher, dass die Linsen einheitlich dem Design von Samsungs Flaggschiffmodellen entsprechen. Außerdem schützt es das teurere Modell der FE-Serie effektiv vor interner Kannibalisierung.
Von den optischen Verbesserungen auf der Vorderseite werden Sie die deutlich schmaleren Bildschirmränder am meisten zu schätzen wissen. Schade nur, dass der Hersteller den altmodischen, dicken Rand am unteren Rand beibehalten hat.
Ein Bildschirm, der mehr kostet, als er aussieht

Und genau wie das A56-Modell den microSD-Kartensteckplatz endgültig abgeschafft hat, beginnt das diesjährige Modell eine Partnerschaft mit einem externen Displayhersteller. Zugegeben, das ist überraschend.
Schließlich ist Samsung seit Jahren für die Produktion von Bildschirmen bekannt – sowohl für den Eigenbedarf als auch für die Konkurrenz.

Warum also diese Änderung? Der Grund ist einfach: Arbeitsspeicher (RAM) gehört mittlerweile zu den teuersten Smartphone-Komponenten und ist sogar teurer geworden als Prozessoren.
Samsung musste daher nach anderen Einsparmöglichkeiten suchen und entschied sich für Panels des chinesischen Konzerns, der unter anderem auch Panels für Xiaomi-Flaggschiffe liefert.

Wir sind es gewohnt, dass Hersteller Jahr für Jahr um höhere Helligkeit und bessere PWM-Parameter konkurrieren.
Hier erleben wir jedoch im Grunde dasselbe: In Branchenforen wird heftig über Kalibrierungsprobleme und unnatürlich gesättigte Farben diskutiert.

Obwohl ich selbst keine so drastischen Unterschiede feststelle und mein Seherlebnis nicht schlechter ist als das, was ich von Samsung gewohnt bin,
befürchte ich jedoch, dass die Zusammenarbeit mit einem neuen Bildschirmhersteller die Leistung des Fingerabdrucklesers deutlich beeinträchtigt hat. Seien wir ehrlich: Samsung hat doppelt so viel gespart.

Obwohl ich selbst keine so drastischen Unterschiede feststelle und mein Seherlebnis nicht schlechter ist als das, was ich von Samsung gewohnt bin,
befürchte ich jedoch, dass die Zusammenarbeit mit einem neuen Bildschirmhersteller die Leistung des Fingerabdrucklesers deutlich beeinträchtigt hat. Seien wir ehrlich: Samsung hat doppelt so viel gespart.

Wir erhielten ein günstigeres Ersatzdisplay und einen älteren optischen Scanner, während Konkurrenzprodukte in dieser Preisklasse bereits Ultraschalltechnologie einsetzen.
Der Scanner des A57 muss nun Materialien mit völlig anderen Eigenschaften durchdringen.

Die Software und die neuen Algorithmen sind offensichtlich noch nicht optimal mit dem Sensor integriert, was zu anhaltenden Fehlern und langsamem Entsperren führt. Die niedrige Position des Lesegeräts verstärkt die Frustration zusätzlich.
Die unnatürliche Daumenbeugung führt dazu, dass wir unseren Finger häufiger im falschen Winkel platzieren, und der neue, weniger fehlertolerante Sensor verzeiht solche Fehler noch weniger.
Software und der Benutzer, der nicht fragt

Hinter den Kulissen kursierten Gerüchte, dass es bei Samsung in diesem Jahr zu erheblichen Störungen im Softwaretestplan gekommen sei.
Letztendlich wurde das Galaxy A57 jedoch mit Android 16 und One UI 8.5 auf den Markt gebracht.,

Das bedeutet, dass das Smartphone direkt nach dem Auspacken Zugriff auf die neuesten Funktionen bietet, allerdings mit einigen Einschränkungen, wie beispielsweise dem Fehlen eines separaten Galaxy AI-Bereichs in den Einstellungen.
Immerhin sind grundlegende Funktionen wie der Gemini-Assistent, die Kreissuche und einige Foto- und Videobearbeitungswerkzeuge vorhanden.
Wer allerdings auf den vollen Funktionsumfang von Flaggschiff-Smartphones gehofft hat, wird enttäuscht sein.
Angesichts der Zielgruppe dieses Modells dürfte diese Einschränkung jedoch kaum auffallen.

Seien wir ehrlich, die A-Serie ist bei der Vertragsverlängerung beim Mobilfunkanbieter meist das bevorzugte Handy.
Sie richtet sich vor allem an Nutzer, die sich nicht für die neuesten technischen Entwicklungen interessieren. Für sie ist ein Smartphone lediglich ein Werkzeug zum Scrollen durch soziale Medien, zum Telefonieren und gelegentlichen Fotografieren.
Der durchschnittliche Nutzer, der ein sicheres und zuverlässiges Gerät sucht, das jahrelang hält, interessiert sich weniger für die Möglichkeit, mithilfe künstlicher Intelligenz neue Objekte in Fotos zu erstellen.
Auch die Nutzung des Verbindungsassistenten wird von ihm nicht als besonders wichtig erachtet.

Samsung ist sich dessen bewusst und hat diese Funktionen deshalb guten Gewissens hinter einer Tür mit der Aufschrift „Nur für Flaggschiffmodelle“ versteckt.
Nachdem wir nun festgestellt haben, dass dieses Smartphone für die meisten von uns einfach ein sicherer und verlässlicher Hafen sein soll, habe ich einige Informationen für Sie, die Ihnen auch finanziell guttun werden.
Aufführung ohne Feuerwerk
Die A-Serie, deren Topmodelle fünf umfassen, setzt seit Jahren treu auf hauseigene Exynos-Prozessoren – mit der kleinen, historischen Ausnahme des A52-Modells mit Snapdragon.
Anders als die günstigere A-Serie, die im Laufe der Jahre mit nahezu jedem Prozessorhersteller experimentiert hat, verfolgt Samsung hier einen klaren und konsequent umgesetzten Plan.
Das gleiche Prinzip der Vorhersagbarkeit gilt auch für die Leistung. Wie bereits erwähnt, ist dieses Smartphone kein Technologie-Vorzeigemodell.
Das Herzstück des diesjährigen Modells ist der neue Exynos 1680, der über einen auf AMD-Architektur basierenden Grafikchip für Technikbegeisterte verfügt.
Rein nominell entspricht dies einer Leistungssteigerung von rund 10 Prozent.
In der Praxis – da das Smartphone in Polen mit 8 GB RAM auf den Markt kommt – betrachte ich diese Erhöhung jedoch lediglich als sichere Reserve für die kommenden Jahre und nicht als einen Unterschied, der uns sofort umhauen wird.
Ich war vom Vorgängermodell ohnehin nicht enttäuscht. Für den Durchschnittsnutzer ist jedoch die reibungslose Funktion das Wichtigste.
Durch die Unterbringung des Prozessors in einem deutlich schlankeren Gehäuse waren die Ingenieure gezwungen, eine wesentlich größere Verdampfungskammer zu verwenden.

Und es war ein Volltreffer. Das Handy wird nicht heiß, der Akku hält auch bei längerer Nutzung lange durch und die Wärmeableitung ist hervorragend.
Das wirkt sich direkt auf den Akku aus. Obwohl die Kapazität des Akkus exakt der des Vorjahresmodells entspricht, sorgt das neue System für einen deutlich gleichmäßigeren und besser planbaren Stromverbrauch.

Diese Zuverlässigkeit dürfte sehr lange anhalten, da Samsung für dieses Modell sechs Jahre Systemsupport zugesagt hat.
Zugegebenermaßen ist das eine recht gewagte Schätzung, und die wenigsten Nutzer werden wohl so lange Zeit mit einem einzigen Gerät verbringen.

Im Falle der Koreaner können wir jedoch davon ausgehen, dass sie ihr Versprechen halten und regelmäßig und pünktlich Updates liefern werden.
Die maximale Ladeleistung könnte für manche Anlass zur Sorge geben.

Dieses Mittelklasse-Smartphone unterstützt das Laden mit satten 45 Watt, während das deutlich teurere Einsteigermodell Galaxy S26, wie seine Vorgänger, nur 25 Watt bietet.
Warum ist das so? Ganz einfach: Physik und … klassische Preisgestaltung. Ein kompaktes Flaggschiff würde bei so viel Leistung schlichtweg überhitzen, und sein Akku würde sich rasend schnell entladen.

Das größere Gehäuse und das überarbeitete Kühlsystem des A57 bewältigen diese hohe Leistung problemlos. Aber seien wir ehrlich: Auch das ist eine Taktik der Finanzabteilung.
Samsung beschränkt die Basisversion des S26 bewusst, um Kunden zum Kauf der Plus-Version zu bewegen. Das A57 hingegen bildet das Schlusslicht der Serie, weshalb es keinen Grund gibt, Kunden künstlich durch Einschränkungen zu schützen.

Was die Akkulaufzeit angeht, habe ich absolut nichts auszusetzen.
Das Handy folgt einem klassischen, bewährten Muster: Es hält problemlos einen sehr intensiven Nutzungstag oder zwei Tage mit weniger häufiger Nutzung durch.
Kameras und die Definition des mittleren Preissegments
Der Hersteller bietet uns nun schon im vierten Jahr in Folge dieselbe Kameraausstattung.
Andererseits kann man von einem Mittelklasse-Smartphone keine Wunder erwarten, da selbst das Flaggschiff Galaxy S26 bereits zum fünften Mal mit denselben Sensoren ausgestattet ist.

Ich will nicht wie eine Schallplatte mit Sprung klingen und wiederholen, was ich vor einem Jahr gesagt habe, aber wir müssen es endlich anerkennen: Die A-Serie wurde nicht für ambitionierte Handyfotografen entwickelt.
Keine einzige Funktion soll sich von anderen abheben oder eine bestimmte Zielgruppe ansprechen. Es ist schlichtweg ein schmerzhaft präziser, universeller Kompromiss.

Auf der Rückseite findet sich also ein typisches Setup, bei dem der Hauptsensor den Großteil der Arbeit übernimmt.
Die App-Oberfläche selbst deutet dies subtil an und legt uns nahe, die Standardbrennweite zu verwenden.

Bei Bedarf steht ein Ultraweitwinkel oder ein zweifacher Digitalzoom des Hauptsensors zur Verfügung. Und dieser Zoom ist durchaus nützlich.
Man kann sogar bis zu vierfach zoomen, aber bedenken Sie, dass dies eine absolute und unüberwindbare Grenze darstellt, jenseits derer die Bildqualität einfach aufhört.

Und wie steht es um die allgemeine Fotoqualität? Nun, wir bekommen die schmerzlich vorhersehbare, klassische „Samsung“-Ästhetik, die Sie alle in- und auswendig kennen.
Bei guten Lichtverhältnissen sind die Fotos scharf, mit dem obligatorischen erhöhten Kontrast und der kräftigen Farbsättigung.

Algorithmen sorgen dafür, dass der Himmel etwas blauer und das Gras grüner als in der Realität erscheint, sodass das Bild sofort Instagram-tauglich ist – ganz ohne Bearbeitung.
Nachts gibt die Automatik ihr Bestes und holt Details aus den Schatten heraus, was zu einem ordentlichen Ergebnis führt, dem aber der besondere Zauber fehlt. Und das Video? Es ist einfach da.
Wir werden tagsüber stabiles, hervorragend belichtetes 4K-Material aufnehmen, das – wie bei Kameras der Mittelklasse üblich – nach Einbruch der Dunkelheit an Schärfe verliert.
Also keine Überraschungen, aber natürlich auch keine bösen Enttäuschungen.

Kurz gesagt: Man kauft das Samsung Galaxy A57 nicht wegen einer einzelnen herausragenden Funktion. Nicht wegen seines leistungsstarken Prozessors, der bahnbrechenden Kameras oder des riesigen Akkus.
Man kauft es wegen des Gesamtpakets. Es bietet alles, was sich der durchschnittliche Nutzer wünscht, der keine extremen Ansprüche an ein Smartphone hat.

Deshalb verzichtet die Serie A bewusst auf jegliche offene Hervorhebung.
Sie soll ein umfassendes, sicheres System bieten, mit beispielloser sechsjähriger Systemunterstützung und dem Zauber eines Logos, das seit Jahren enormes Vertrauen genießt.

Es handelt sich um ein ausgereiftes Gerät, das die heutige Mittelklasse perfekt definiert, und der aktuelle Preis macht es für viele zu einer einfachen und vernünftigen Wahl.
Das mag etwas hart klingen, aber die Wahrheit ist: Nicht jeder möchte sich durch technische Daten wühlen und nach einem chinesischen Pendant suchen, das ein paar bessere Zahlen bietet.

Für Millionen von Menschen sind dieser bewährte koreanische Kompromiss und die damit verbundene innere Ruhe einfach mehr wert, als sich dazu zu zwingen, in der Nähe nach etwas Besserem zu suchen.

