Von Null auf Apple – oder wie mich die AirPods überzeugt haben
Vor nicht allzu langer Zeit nutzte ich selbst die zweite Generation der Nothing Ear. Tolles Design, guter Klang, aktive Geräuschunterdrückung und ein vernünftiger Preis – eigentlich fehlte mir nichts. Als ich letztes Jahr die AirPods Pro 2 noch einmal genauer unter die Lupe nahm, begann ich mich allerdings langsam mit Apples Kopfhörern anzufreunden.

Der endgültige Entschluss zum Kauf der AirPods Pro fiel während eines Fluges, als ich die Serie „Severance“ schaute. Die aktive Geräuschunterdrückung in Kombination mit Spatial Audio hat mich damals wirklich begeistert. Seit rund einem Jahr nutze ich deshalb die AirPods Pro der zweiten Generation praktisch täglich.
Nach Apples letzter Produktpräsentation war ich entsprechend gespannt auf die neue Generation. Schließlich hat Apple die Kopfhörer an vielen Stellen überarbeitet. Interessanterweise hat die Vorstellung der AirPods Pro 3 meine Begeisterung für meine bisherigen Kopfhörer aber keineswegs geschmälert. Im Gegenteil: Ich schätze meinen damaligen Kauf heute sogar noch mehr.
Natürlich ist meine Situation etwas speziell. Nach gerade einmal einem Jahr sehe ich persönlich keinen überzeugenden Grund, meine AirPods Pro 2 bereits auszutauschen. Wer allerdings noch die erste Generation nutzt oder seine AirPods Pro 2 bereits seit ihrer Markteinführung besitzt, dürfte von einem Upgrade deutlich stärker profitieren.
Und dann gibt es natürlich noch diejenigen, die gerade ihre ersten Apple-Kopfhörer kaufen möchten. Auch für sie sind die AirPods Pro 3 nicht automatisch die einzig richtige Wahl.
Neues Ladecase, neue Details – der erste Eindruck von den AirPods Pro 3
Hätte ich die technischen Daten vorher nicht gekannt und die Kopfhörer einfach ausgepackt, wäre mir wahrscheinlich zuerst aufgefallen, dass auf der Rückseite des Ladecase keine physische Kopplungstaste mehr vorhanden ist. Wie bei den AirPods 4 wurde diese Funktion auf die Vorderseite verlagert. Zum Koppeln öffnet man das Case und tippt zweimal auf dessen Vorderseite.
Auch die Status-LED wurde dezenter integriert. Statt einer deutlich sichtbaren Öffnung scheint das Licht nun durch das Gehäuse und wirkt dadurch etwas diffuser. Erst im direkten Vergleich fiel mir außerdem auf, dass das Ladecase der neuen Generation etwas größer geworden ist.
Mich persönlich stört das kaum, da ich ohnehin zusätzliche Schutzhüllen verwende, um das Case vor Kratzern und Stürzen zu schützen. Passende Hüllen für verschiedene Apple-Kopfhörer findet ihr natürlich auch in unserem Online-Shop.
Eine Veränderung, die man auf den ersten Blick nicht sieht, ist die IP57-Zertifizierung. Sie gilt sowohl für die Kopfhörer als auch für das Ladecase und bietet zusätzlichen Schutz vor Staub und Wasser.
Ich muss bei diesem Thema immer etwas schmunzeln. Meine AirPods Pro 2 sind mir tatsächlich einmal in eine Schüssel mit warmem Wasser gefallen – fragt besser nicht nach den Details. Ich war überzeugt, dass es das gewesen wäre. Trotzdem funktionieren sie bis heute einwandfrei. Mit den AirPods Pro 3 gibt es bei solchen Missgeschicken zumindest offiziell deutlich mehr Sicherheit.

Das Ladecase verfügt außerdem über einen Ultrabreitband-Chip der zweiten Generation. Dadurch soll die präzise Ortung auch aus größerer Entfernung besser funktionieren. Unter wirklich schwierigen Bedingungen konnte ich das bislang allerdings nicht testen. Ob der Unterschied im Alltag tatsächlich deutlich spürbar ist, muss sich daher noch zeigen.
Beim Blick in die Verpackung gibt es dagegen eine weniger erfreuliche Überraschung: Apple legt den AirPods Pro 3 kein Ladekabel bei. Wer eines benötigt, muss es separat kaufen.
Sicherer im Ohr als je zuvor – neue Ohrstöpsel und verbesserte Ergonomie
Kommen wir zu den Kopfhörern selbst. Schon beim ersten Einsetzen hatte ich sofort das Gefühl, tatsächlich ein neues Modell im Ohr zu tragen. Die AirPods Pro 3 sitzen in meinem Gehörgang deutlich fester. Im direkten Vergleich wirken sie so, als würden sie etwas tiefer sitzen und den verfügbaren Raum besser ausfüllen.
Fast ein wenig wie sehr gute Ohrstöpsel. Und ich weiß, wovon ich spreche: Vor einigen Jahren habe ich Hochzeiten fotografiert und Ohrstöpsel waren während der Hochzeitssaison praktisch unverzichtbar. Die passive Geräuschisolierung ist dadurch deutlich besser geworden. Einen großen Anteil daran haben die komplett überarbeiteten Ohrstöpsel.

Apple liefert jetzt fünf verschiedene Größen statt bisher vier mit. Auch die Befestigung und die Größenabstufung wurden verändert. Die kleinste Variante ist mit XXS gekennzeichnet und wirklich winzig. Dadurch dürfte es leichter werden, auch für kleinere Ohren eine passende Größe zu finden.
Die neue Befestigung sorgt außerdem dafür, dass die Ohrstöpsel in einem leicht veränderten Winkel sitzen. Sie bestehen nicht mehr ausschließlich aus Silikon, sondern werden zusätzlich durch Schaumstoff im Inneren verstärkt. Zusammendrücken muss man sie vor dem Einsetzen glücklicherweise nicht. Nach kurzer Zeit passen sie sich angenehm an die Form des Gehörgangs an.
Allerdings dürfte nicht jeder dieses stärker abgeschirmte Gefühl mögen. Schon ohne aktive Geräuschunterdrückung ist die Isolation von der Umgebung deutlich stärker als zuvor. Der festere Sitz hat natürlich noch einen weiteren Vorteil: Die Kopfhörer sitzen sicherer im Ohr.
Mit meinen AirPods Pro 2 hatte ich im normalen Alltag zwar ebenfalls kaum Probleme. Beim Laufen sah es allerdings anders aus – vor allem im Sommer, wenn Schweiß ins Spiel kommt. Ein paar unsanfte Begegnungen mit dem Gehweg haben meine AirPods deshalb leider schon hinter sich.
Aufgrund einer aktuellen Verletzung konnte ich bislang noch nicht vernünftig testen, wie sich die AirPods Pro 3 beim Laufen schlagen und ob beispielsweise die Powerbeats Pro 2 für manche Sportler weiterhin die bessere Wahl wären. Eine Verbesserung habe ich dagegen sofort bei der Bedienung bemerkt: Die Touch-Gesten reagieren spürbar schneller, insbesondere bei der Lautstärkeregelung.
Klang ohne Revolution – so klingen die AirPods Pro 3
Beim Klang war ich natürlich besonders neugierig. Schließlich erscheint ein neues Pro-Modell nicht jedes Jahr. Und ich fürchte fast, mit meiner Einschätzung einige zu enttäuschen: Ich höre keinen dramatischen Unterschied zu den AirPods Pro 2.
Ich habe unterschiedliche Musikrichtungen gehört, zwischen beiden Kopfhörern gewechselt und meine Ohren dabei ordentlich beschäftigt. Trotzdem kann ich persönlich nur schwer nachvollziehen, wenn von einer deutlich volleren Klangbühne oder einem wesentlich kräftigeren Bass gesprochen wird. Vielleicht bin ich dafür schlicht nicht audiophil genug.
Mein ziemlich durchschnittliches Ohr hört vor allem zwei Dinge: Die AirPods Pro 3 können etwas lauter spielen und wirken bei hoher Lautstärke etwas kontrollierter. Gerade nahe der maximalen Lautstärke empfinde ich die Abstimmung der Pro 3 als etwas zurückhaltender und weniger anstrengend für die Ohren.
Ich würde an dieser Stelle gerne eine spektakulärere Klangbeschreibung liefern, aber für mich klingen beide Generationen schlicht sehr gut. Das bleibt natürlich eine subjektive Einschätzung. Zusätzlich passen die Kopfhörer ihre Wiedergabe mithilfe ihrer Mikrofone und Algorithmen laufend an die Bedingungen im Ohr an.
Am Ende gilt deshalb wie so oft bei Kopfhörern: Man muss sie selbst ausprobieren. Für mich persönlich wäre der Klang jedenfalls kein Grund für ein Upgrade.
Apple hat die Konstruktion zweifellos verändert und die akustischen Komponenten überarbeitet. Trotzdem bleibt für anspruchsvolle Nutzer ein bekannter Kritikpunkt bestehen: Apple setzt weiterhin nicht auf klassische Lossless-Codecs bei der Bluetooth-Wiedergabe.
Auch bei der Verbindungsqualität hatte ich keinerlei Probleme. In meiner Wohnung blieb die Verbindung stabil und im Freien konnte ich mich problemlos mehrere Meter vom Smartphone entfernen.
Stille, die mehr sagt – ANC, Mikrofone und Apple Intelligence
Besonders gespannt war ich natürlich auf die neue aktive Geräuschunterdrückung. Apple bewirbt die AirPods Pro 3 schließlich mit einer deutlich besseren ANC-Leistung gegenüber der vorherigen Generation.
Einen Teil der Verbesserung spürt man bereits, bevor ANC überhaupt eingeschaltet wird. Die neuen Ohrstöpsel und der festere Sitz sorgen für eine deutlich stärkere passive Abschirmung. Nach dem Aktivieren der Geräuschunterdrückung kommt noch einmal etwas dazu. Der Unterschied ist hörbar, für mich allerdings weniger spektakulär, als es die Marketingaussagen vermuten lassen.
Der Prozessor selbst ist nicht neu. Offenbar spielen deshalb vor allem Softwareverbesserungen sowie die neuen Mikrofone mit geringerem Eigenrauschen eine wichtige Rolle. Ich habe ANC mit verschiedenen Arten von Geräuschen ausprobiert – von gleichmäßigen Hintergrundgeräuschen bis hin zu typischem Stadtlärm.
Mein Fazit ist ziemlich einfach: ANC ist besser, aber es fühlt sich nicht nach einer Revolution an.
Bei meinen AirPods Pro 2 musste ich die Lautstärke in lauteren Umgebungen häufig auf ungefähr drei Viertel stellen, um wirklich in die Musik einzutauchen. Bei den AirPods Pro 3 reicht mir häufiger etwa die Hälfte. Die Kombination aus besserer passiver Isolation und verbessertem ANC funktioniert also definitiv.
Überraschend stark finde ich auch den Transparenzmodus. Stimmen und Umgebungsgeräusche wirken natürlicher und unmittelbarer. Das könnte insbesondere für Menschen interessant sein, die ihre Umgebung trotz eingesetzter Kopfhörer möglichst klar wahrnehmen möchten.
Natürlich ersetzen AirPods keine klassischen Hörgeräte. Trotzdem ist der Fortschritt bei den Mikrofonen gegenüber den AirPods Pro 2 hörbar – vor allem bei der Wiedergabe menschlicher Stimmen. Bei Telefongesprächen fällt der Unterschied weniger eindeutig aus, da hier auch Umgebung, Netzwerkqualität und viele andere Faktoren eine Rolle spielen.
Am deutlichsten sind die Verbesserungen bei mittlerem Umgebungslärm. In einer ruhigen Umgebung fallen die Unterschiede dagegen wesentlich kleiner aus.
Die neuen Mikrofone sollen außerdem bei Videoaufnahmen Vorteile bieten. Einige Funktionen stehen allerdings je nach Region und regulatorischen Vorgaben nicht überall zur Verfügung.
Ähnlich sieht es bei der Live-Übersetzung aus. Die Funktion wird zwar im Zusammenhang mit den AirPods Pro 3 beworben, ist aber nicht ausschließlich der neuen Generation vorbehalten und soll teilweise auch ältere kompatible Modelle erreichen.
Für mich persönlich ist das momentan ohnehin nur eingeschränkt relevant, da nicht alle benötigten Sprachen von Apple Intelligence unterstützt werden. Schade ist es trotzdem. Gerade eine offline verfügbare Übersetzung könnte auf Reisen eine wirklich praktische Funktion sein.
Herzfrequenz, Akku und gesunder Menschenverstand – lohnt sich ein Upgrade?
Eine tatsächlich exklusive Neuerung der AirPods Pro 3 ist der integrierte Herzfrequenzsensor. Nach meinen bisherigen Beobachtungen wird er vor allem während eines Trainings verwendet. In der Fitness-App erscheint dann die Information, dass ein Gerät zur Herzfrequenzmessung erkannt wurde.
Wer bislang nur mit dem iPhone trainiert hat, bekommt dadurch Zugriff auf zusätzliche Daten, ohne zwingend eine Apple Watch tragen zu müssen. Damit die Herzfrequenz aufgezeichnet wird, muss allerdings zunächst ein Training gestartet werden. Nach Abschluss der Aktivität endet auch die Aufzeichnung.
Eine Apple Watch ersetzt der Sensor in den Kopfhörern trotzdem nicht vollständig. Bei Bewegung oder schlechtem Kontakt im Ohr können die Messbedingungen schwieriger werden. Wer gleichzeitig eine Apple Watch und die AirPods Pro 3 trägt, kann dagegen beide Geräte gemeinsam im Apple-Ökosystem nutzen.
Der Sensor ist deshalb eine praktische Ergänzung, aber kein Ersatz für eine Smartwatch. Für eine kontinuierliche Gesundheitsüberwachung bleibt die Apple Watch deutlich vielseitiger.
Eine weitere willkommene Verbesserung betrifft die Akkulaufzeit der eigentlichen Kopfhörer. Mit aktiviertem ANC sind nun bis zu 8 Stunden Wiedergabe möglich, während es beim Vorgänger 6 Stunden waren.
Interessanterweise fällt die Gesamtlaufzeit zusammen mit dem Ladecase geringer aus: Die AirPods Pro 3 kommen auf insgesamt 24 Stunden, die vorherige Generation auf bis zu 30 Stunden. Was wichtiger ist, hängt stark von der eigenen Nutzung ab.
Ich persönlich trage meine AirPods selten acht Stunden am Stück. Früher oder später landen sie ohnehin wieder im Ladecase. Deshalb war die Gesamtlaufzeit für mich bisher wichtiger als die maximale Laufzeit einer einzelnen Ladung.
Nachdem ich meine AirPods Pro 2 nun seit rund einem Jahr besitze, kann ich die Situationen, in denen sowohl Kopfhörer als auch Ladecase wirklich fast leer waren, an einer Hand abzählen. Im Alltag sind sie praktisch immer einsatzbereit und das Nachladen funktioniert unkompliziert.
AirPods Pro 3 oder AirPods Pro 2 – mein Fazit
Unterm Strich sind die AirPods Pro 3 hervorragende Kopfhörer. Ihre größte Stärke ist gleichzeitig der Grund, warum mich ein Upgrade nicht vollständig überzeugt: Sie bauen auf einem Fundament auf, das bereits bei den AirPods Pro 2 ausgesprochen gut war.
Die Liste der Verbesserungen ist lang. Die neuen Ohrstöpsel können für einen besseren und sichereren Sitz sorgen, die Mikrofone wurden verbessert, ANC arbeitet effektiver und der Transparenzmodus gehört weiterhin zu den größten Stärken des Produkts. Auch die Akkulaufzeit der Kopfhörer selbst wurde verlängert und das gesamte Set ist besser gegen äußere Einflüsse geschützt.
Beim Klang höre ich persönlich dagegen keinen Unterschied, der mich sofort zu einem Wechsel bewegen würde. Und genau deshalb reichen mir all diese Verbesserungen nicht aus, um meine gerade einmal ein Jahr alten AirPods Pro 2 gegen die neue Generation auszutauschen.
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Wenn ich heute noch keine AirPods besitzen würde, wären die AirPods Pro 2 weiterhin eine ernsthafte Option – vor allem dann, wenn sie deutlich günstiger angeboten werden.
Wer dagegen von einer älteren Generation wechselt, besonders großen Wert auf gutes ANC, einen sicheren Sitz oder den neuen Herzfrequenzsensor legt, bekommt mit den AirPods Pro 3 das technisch vollständigere Modell.
Vielen Dank, dass ihr bis zum Ende dabei wart. Mich würde interessieren: Was haltet ihr von den neuen AirPods Pro 3? Nutzt ihr selbst AirPods oder andere Kopfhörer innerhalb des Apple-Ökosystems?

